Zero-Sen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Beiname des japanischen Jagdeinsitzers Mitsubishi A6M Reisen, alliierter Codename Zeke.

    Auf die überlegene Wendigkeit, Geschwindigkeit und v.a. Reichweite der Zero-Sen gründeten sich die Spekulationen der kaiserlichen Marineluftwaffe auf einen schnellen Sieg im Pazifik. Sie hatte 1937 einen Wettbewerb für einen trägergestützten Jäger als Nachfolger der Mitsubishi A5M Claude ausgeschrieben, der mit Kanonen bewaffnet und maximal 500 km/h schnell sein sollte. Für weitreichende Offensivoperationen wurde außerdem eine Flugdauer von bis zu 8 Stunden im Sparflug mit Zusatztanks verlangt. Mitsubishis Chefkonstrukteur Jiro Horikoshi machte sich als Schöpfer dieses Wunderjägers, Erstflug 1.4.39, einen Namen. Die ersten Zero-Sen flogen seit August 40 Begleiteinsätze über China, wo sie sich allen Gegnern weit überlegen zeigten. Beim Überfall auf Pearl Harbor (7.12.41) sicherten 79 Zero-Sen die ersten beiden Angriffswellen.

    Das berühmteste aller japanischen Kriegsflugzeuge war auf Wunsch der Piloten unter Verzicht auf selbstschließende Tanks und auf Panzerung ganz auf Manövrierfähigkeit im Kurvenkampf ausgelegt. Als erster Trägerjäger der Welt war die Zero-Sen auch landgestützten Gegnern wie der britischen Hurricane oder der amerikanischen P-40 Warhawk klar überlegen. Sie sicherte den kaiserlichen Marinefliegern bis Ende 42 die Vorherrschaft beim Luftkrieg über dem Pazifik und Südostasien.

    Das Bild änderte sich jedoch, als sie es auf amerikanischer Seite mit leistungsstärkeren Baumustern wie den neuen Navy-Jägern Hellcat und Corsair oder der P-38 Lightning zu tun bekam. Unter dem Druck wachsender Verluste bemühten sich die Konstrukteure, die Zero-Sen durch stärkere Triebwerke, Panzerung und Bewaffnung den härteren Kampfbedingungen anzupassen. So wurde die zweite Baureihe A6M3 im Herbst 43 durch die abermals verbesserte Großserie A6M5 mit 1130 PS, maximal 565 km/h in 6000 m Höhe und 1920 km Reichweite abgelöst. Zu den 2x20-mm-Kanonen in den Flügeln kamen bis zu 3x13-mm-MG. Zunehmende Bedeutung gewann die Zero-Sen seit Herbst 44 als Jagd- und Sturzbomber sowie als Kamikaze-Flugzeug. Die A6M8 mit einem 1560-PS-Motor Mitsubishi Kinsei bildete den letzten, vergeblichen Versuch, den technischen Rückstand aufzuholen.

    Insgesamt liefen 10 937 Exemplare aller Versionen vom Band, darunter auch 327 Schwimmermodelle A6M2-N und 514 zweisitzige Trainer. Bei Kriegsende stellte die Zero-Sen rund die Hälfte aller Jagdflugzeuge der japanischen Marineluftwaffe; ihre erfolgreichsten Piloten waren Hiroyoshi Nishizawa mit 87 und Saburo mit 64 Luftsiegen.