Wladyslaw Anders

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    polnischer General

    geboren: 11. August 1892 in Blonie bei Warschau gestorben: 12. Mai 1970 in London


    im 1. Weltkrieg Dragoneroffizier in der russischen Armee, nach der Oktoberrevolution im polnischen Heer, Kampf gegen die Rote Armee, 1921-24 Ausbildung in Frankreich, danach als Kavallerieinspekteur bemüht um die Hebung des Ausbildungsstands der polnischen Offiziere.

    Als Kommandeur einer Kavalleriebrigade kämpfte Anders im Polenfeldzug zunächst an der ostpreußischen Front, zog sich auf Warschau zurück und stand beim Eingreifen der sowjetischen Truppen (17.9.1939) bei Lemberg. Vergeblich versuchte er sich nach Ungarn oder Rumänien durchzuschlagen und geriet in russische Gefangenschaft. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion (22.6.1941) kam es zu einem Übereinkommen zwischen Moskau und der polnischen Exilregierung in London über die Aufstellung einer polnischen Armee in Russland, die Anders führen sollte, nachdem er dem Schicksal seiner Kameraden in Katyn entgangen war. Wegen der rasch vorstoßenden deutschen Truppen trat Anders mit seinen Verbänden (60 000 Mann) und zahlreichen polnischen Zivilpersonen 1942 zur britischen Orientarmee und kämpfte mit dem II. polnischen Korps in Nordafrika und Italien. Ihm glückte, was Amerikaner und Neuseeländer vergeblich versucht hatten: die Einnahme von Monte Cassino im Mai 1944, die den Weg nach Rom frei machte. Im Februar 1945 wurde Anders Oberbefehlshaber aller polnischen Truppen im Westen, fast 200 000 Mann, die zu 80% wie er nach der Bolschewisierung Polens die Repatriierung ablehnten.