Wilhelm Keitel

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 22. September 1882 in Helmscherode gestorben: 16. Oktober 1946 in Nürnberg

    Jodl, Keitel und Hitler (von links) bei einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier während des Frankreichfeldzuges
    Wilhelm Keitel, Generalfeldmarschall

    1901 Eintritt ins Heer, im 1. Weltkrieg Artillerie- und Generalstabsoffizier, 1.3.34 Generalmajor, 1.10.35 Chef des Wehrmachtsamts im Reichskriegsministerium (4.2.38 Oberkommando der Wehrmacht/OKW), 1.1.36 Generalleutnant, 1.8.37 General der Artillerie, 10.11.38 Generaloberst.

    Keitel war als OKW-Chef an allen militärischen Planungen für den Krieg maßgeblich beteiligt, hatte aber mangels Befehlsgewalt nur geringen Einfluss auf die Operationen. Seine eher ministeriellen Funktionen kamen zum Ausdruck u.a. bei der Unterzeichnung völkerrechtswidriger Anordnungen wie dem Kommissarbefehl, dem Kugelerlass oder dem Nacht-und-Nebel-Erlass. Durchdrungen vom Glauben an Hitlers "Genie", war Keitel - Spitzname "Lakaitel" - willfähriger Erfüllungsgehilfe des Diktators, den er nach dem Sieg über Frankreich als "größten Feldherrn aller Zeiten" feierte. Er verstrickte mit dieser unkritischen Haltung die Wehrmacht in die nationalsozialistische Gewaltpolitik und musste am 8.5.45 die Bedingungslose Kapitulation unterzeichnen. Am 13.5.45 verhaftet, wurde er in Nürnberg vor das Internationale Militärtribunal gestellt und am 1.10.46 zum Tod durch den Strang verurteilt; seine Bitte um Erschießung als Soldat fand kein Gehör.

    Ritterkreuz (30.9.39).