Wilhelm Canaris

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    dt. Admiral (1.1.40); geboren 1. Januar 1887 Aplerbeck bei Dortmund, gestorben 9. April 1945 KZ Flossenbürg

    1905 zur Marine, 1916 Geheimauftrag des Admiralstabs in Spanien, danach U-Boot-Kommandant, Übernahme in die Reichsmarine, 1924-28 in der Marineleitung, nach verschiedenen Kommandos 1932 Kapitän z.S. und 1934 Festungskommandant in Swinemünde. Der konservative Canaris wurde am 1.1.35 als Konteradmiral Chef der Abwehrabteilung im Kriegsministerium (März 38 Amt Ausland/Abwehr), die er zu einem erfolgreichen Nachrichtendienst und Instrument der Gegenspionage ausbaute. Nach der Affäre um den Heeres-OB von Fritsch und der Entmachtung der Wehrmachtführung (Februar 38) ging Canaris immer deutlicher auf Distanz zur Kriegspolitik Hitlers. Die Abwehr wurde zu einem Zentrum des Widerstands v.a. um den Chef der Zentralabt. Oster. Wegen der unstreitigen Erfolge blieb Canaris? Doppelspiel - für das Reich, gegen Hitler - lange unentdeckt. Mit wachsender Kriegsdauer aber schwand sein Einfluss, v.a. nachdem die alliierte Landung in Nord-Afrika ("Torch") von der Abwehr nicht beizeiten erkannt worden war. Nach Überlaufen dt. Agenten zu den Briten wurde Canaris im Februar 44 durch Übernahme der Abwehr ins RSHA kaltgestellt. Nach dem missglückten Attentat vom 20.7. wurde er drei Tage später verhaftet. Obwohl ihm keine Beteiligung an dem Anschlag nachzuweisen war, blieb er inhaftiert und wurde nach einem hastigen Standgerichtsverfahren im KZ Flossenbürg kurz vor Eintreffen amerikan. Truppen gehängt.