Whitley

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    britischer mittelschwerer Nachtbomber und Küstenaufklärer der Firma Armstrong Withworth, Erstflug 17.3.36. Die Whitley, ältester unter den drei RAF-Standardbombern von 1939, startete schon am Abend nach der britischen Kriegserklärung zum Feindflug. 10 Maschinen der No. 4 Group warfen am 3./4.9.39 beim ersten Nachteinsatz des Bomber Command 6 Millionen Flugblätter über Nordwestdeutschland und dem Ruhrgebiet ab. Die Gruppe dehnte ihre nächtlichen Propagandaflüge während des so genannten Sitzkriegs bis nach Berlin, Prag und Warschau aus. In der Nacht vom 19./20.3.40 griffen sie als erstes Ziel auf deutschem Boden den Seefliegerhorst in Hörnum auf Sylt an. Zu den 5 Flugzeugtypen, die Beaverbrook im Mai 40 als vorrangig für die Produktion auswählte, gehörte die Serienvariante Mk V. Zu insgesamt 1466 Stück gefertigt, wurde sie mit ihren 2x1075-PS-Triebwerken Rolls-Royce Merlin, 3150 kg Bombenzuladung und maximal 367 km/h wichtigstes Frontmuster dieses legendären Nachtbombers. Die Whitley flog bis Ende April 42 im strategischen Einsatz; die Produktion ging noch bis Juni 43 weiter, da der klobige, robuste Bomber mit dem Spitznamen "Scheunentor" inzwischen beim RAF-Küstenkommando als Seeaufklärer gute Dienste leistete. Andere Maschinen wurden zur Ausbildung von Fallschirmspringern und als Transporter zur Versorgung Maltas herangezogen; insgesamt wurden 1814 Exemplare gebaut.