Werner Best

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Politiker und SS-Obergruppenführer (1944)

    geboren: 10. Juli 1903 Darmstadt gestorben: 23. Juni 1989 Mülheim/Ruhr


    Jurist, 1930 NSDAP-Eintritt, Juli 33 Landespolizeipräsident in Hessen, 1935 zur Gestapo nach Berlin, Mitarbeit am Aufbau des Sicherheitsdienstes (SD) der SS. Als Leiter des Amtes II (Organisation, Recht, Verwaltung) im Reichssicherheitshauptamt soll Best 1939/40 mitverantwortlich gewesen sein für Massaker in Polen, 1940-42 war er gegen die französische Widerstandsbewegung eingesetzt und regierte von November 42 bis Kriegsende Dänemark als Reichsbevollmächtigter. Obwohl er dort dazu beitrug, den dänischen Juden das Entkommen zu ermöglichen, wurde er 1949 in Kopenhagen zum Tod verurteilt. Zu 12 Jahren Haft begnadigt und 1951 freigelassen, wurde Best 1972 in der Bundesrepublik erneut angeklagt wegen der Morde in Polen. Aus Gesundheitsgründen kam es jedoch zu keiner Verurteilung. Best trat häufig als Entlastungszeuge in NS-Verfahren auf; sein Auftritt als Zeuge bei einem solchen Verfahren führte 1989 zur Feststellung seiner Verhandlungsfähigkeit. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf stellte kurz nach seinem Tod im Jahr 1989 den Antrag auf Eröffnung eines Verfahrens gegen Best wegen Mordes an 8723 Menschen.