Wehrwirtschaftsamt

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (WwA), bis 1939 Wehrwirtschaftsstab, Abteilung des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) für kriegswirtschaftliche Planung und Beschaffung. Über ein Netz von Rüstungsinspektoren hielt das Wehrwirtschaftsamt Verbindung zur Industrie, konnte jedoch gegenüber den Waffenämtern von Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe eine umfassende Planungs- und Produktionskontrolle nicht durchsetzen. Wehrwirtschaftsamtschef General Thomas lehnte die Strategie der Blitzkriege hinsichtlich ihrer ökonomischen Konsequenzen als leichtfertig ab und forderte früh die Umstellung auf "Breiten-" und "Tiefenrüstung" mit zentralen Zuständigkeiten für die Wehrmacht. Dabei hielt er eine umfassende Dienstpflicht für Frauen, Einschränkungen der Konsumgüterproduktion und Arbeitszeitverlängerungen für unumgänglich, konnte sich aber mit solchen Vorschlägen bei Hitler kein Gehör verschaffen. Auch fehlende wirtschaftliche und technische Sachkompetenz sowie schwerfälliger Bürokratismus gegenüber den Erfordernissen der polykratischen und faktisch improvisierten Kriegführung trugen dazu bei, dass das Wehrwirtschaftsamt an Einfluss verlor und dem Reichsministerium für Bewaffnung und Munition, in dem es Mitte 42 aufging, die Initiative bei der Umstellung der Kriegswirtschaft überlassen musste.