Wehrkraftzersetzung

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    mit Verordnung vom 17.8.38 gemäß Kriegssonderstrafrecht eingeführter Straftatbestand, der mit dem Tod bedroht war. Als Wehrkraftzersetzung galten die öffentliche Aufforderung zur Verweigerung der Dienstpflicht in der Wehrmacht und alle Versuche, den Willen zur "wehrhaften Selbstbehauptung" zu lähmen. "Öffentlich" waren Äußerungen bereits dann, wenn auch nur die Möglichkeit des Hinausdringens etwa aus privatem Kreis bestand, was bei Bedarf jederzeit unterstellt werden konnte. In diesem Verständnis wurden mit wachsender Kriegsdauer schließlich alle kritischen Äußerungen als Wehrkraftzersetzung gewertet, aufgrund derer - neben der Fahnenflucht - die meisten Todesurteile verhängt wurden.