Warschau

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt Polens mit 1,3 Millionen Einwohnern (1939). Im Polenfeldzug erreichten die Spitzen der deutschen 4. Panzerdivision (Reinhardt) Warschau am 8.9.39, das am 19.9. völlig eingeschlossen war. Da die 120 000 Verteidiger unter General Rómmel die Übergabe verweigerten, kam es zu schweren Luftangriffen auf die Stadt. Erst nach erheblichen Zerstörungen streckten die Polen am 28.9. die Waffen. Die nationalsozialistischen Besatzungsbehörden fassten die rund 400 000 Juden von Warschau in einem Getto zusammen, in dem viele bei elendsten Lebensbedingungen starben und von wo bis Oktober 42 rund 300 000 zur Tötung in Vernichtungslager deportiert wurden. Im April 43 kam es zum Warschauer Getto-Aufstand, bei dem die verbliebenen Juden entweder umkamen oder nach der Kapitulation ebenfalls in die Gaskammern geschickt wurden. Im August 44 erhob sich dann die polnische Heimatarmee zum Warschauer Aufstand gegen die Besatzer, der aber ebenfalls scheiterte. Am 17.1.45 räumte die deutsche 9. Armee (Busse) die Stadt.