Walther von Seydlitz-Kurzbach

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher General der Artillerie (Juni 42)

    geboren: 22. August 1888 Hamburg gestorben: 28. April 1976 Bremen


    1908 Eintritt ins Heer, 1920-29 Batteriechef, 1930 Reichswehrminister, danach verschiedene Truppenkommandos. Seydlitz-Kurzbach, bei Kriegsbeginn Oberst, wurde am 1.12.39 zum Generalmajor befördert und war vom 10.3.40 bis zum 1.1.42 Kommandeur der 12. Infanteriedivision. Am 1.12.41 zum Generalleutnant befördert, zeichnete sich Seydlitz-Kurzbach als Führer des Sonderkorps zur Entsetzung des Kessels von Demjansk aus und wurde am 8.5.42 Kommandierender General des LI. AK, mit dem er in Stalingrad kämpfte und am 31.1.43 in Gefangenschaft ging. Seydlitz-Kurzbach, der schon lange Hitlers unverantwortliche Kriegführung kritisiert hatte, stellte sich dem Bund Deutscher Offiziere als Vorsitzender zur Verfügung und war Vizepräsident des Nationalkomitees Freies Deutschland, wofür er vom Reichskriegsgericht in Abwesenheit zum Tod verurteilt wurde. Da er sich aber auch weigerte, sich als Kommunist zu bekennen, und Aufforderungen zur Mitarbeit am "Aufbau des Sozialismus" in der sowjetischen Besatzungszone ablehnte, erging auch in der Sowjetunion ein Todesurteil gegen ihn, das in 25 Jahre Haft umgewandelt wurde. 7.10.55 Heimkehr in die Bundesrepublik.

    Ritterkreuz (15.8.40) mit Eichenlaub (31.12.41).