Würzburg

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname für das Funkmessgerät FuMG 62 der deutschen Luftwaffe. Seit 1941 gehörten Würzburg-Geräte zur Standardausrüstung der Flak- und Scheinwerferbatterien; sie meldeten anders als die Freya-Frühwarnanlagen auch die Höhe anfliegender Maschinen, erster Einsatz Juni 40 im Ruhrgebiet. Auch schon 1941 kam es zum Einsatz des Würzburg zur Nachtjagdführung beim Himmelbett-Verfahren, das durch die verbesserte Version des Würzburg-Riesen (FuMG 65) mit 65 statt 40 km Reichweite 1942 ausgebaut wurde. Das Standard-Würzburg mit einem schwenkbaren Parabolspiegel von 3 m Durchmesser arbeitete auf der 53,6-cm-Welle. Eine Würzburg-Stellung bei Bruneval in der Normandie war am 27./28.2.42 Ziel eines britischen Kommandounternehmens, bei dem das bis dahin geheime Gerät zur technischen Untersuchung nach England entführt wurde. Das ermöglichte der RAF, die deutsche Luftabwehr seit Sommer 43 durch Abwurf von Aluminiumstreifen ("Window") eine Zeit lang wirksam zu stören. Rund 4000 Würzburg und 1500 Würzburg-Riesen wurden gebaut.