Vittorio Ambrosio

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    italienischer General

    geboren: 28. 1879 Turin gestorben: 20. 1958 Alassio


    im 1. Weltkrieg Stabsoffizier, danach verschiedene Kommandos (u.a. Inspekteur der Kavallerie).

    Ambrosio erhielt beim Eintritt Italiens in den Krieg (10.6.1940) den Oberbefehl über die 2. Armee, mit der er am Balkanfeldzug teilnahm (April/ Mai 1941) und mit Abscheu die deutschen Besatzungspraktiken erlebte. Im Januar 1942 wurde er Generalstabschef des Heeres und am 31.1.1943 sogar Chef des Comando Supremo (italienischer Wehrmachtgeneralstab). Ambrosio, von dem Hitler sagte, er würde am liebsten "aus Italien ein britisches Dominion" machen, bemühte sich um Distanz zum deutschen Verbündeten und um Rückführung der verstreuten italienischen Truppen vom Balkan. Zwar war er damit weitgehend erfolglos, hatte aber entscheidenden Anteil an den Verhandlungen mit den Alliierten über einen italienischen Sonderwaffenstillstand und an den Vorbereitungen zum Sturz Mussolinis. Am 25.7.1943 stimmte er im Faschistischen Großrat der Entmachtung des Duce zu und begleitete den König am 9.9.1943 auf der Flucht nach Bari, wo er kurzfristig im November 1943 Kriegsminister der Regierung Badoglio war.

    Am 27.11.1943 von Messe abgelöst und zum Generalinspekteur des Heeres zurückgestuft, wurde Ambrosio im Juli 1944 "aus Altersgründen" in den Ruhestand versetzt und zog sich ins Privatleben zurück.