Vertreibung

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    allgemein Ausweisung größerer Bevölkerungsgruppen aus ihrem Wohngebiet, im engeren Sinne das mehr oder - zumeist - weniger freiwillige Verlassen der Ostgebiete durch die deutsche Bevölkerung kurz vor und nach Ende des Krieges. Die Vertreibung war von den Alliierten wegen der Westverschiebung Polens schon auf der Konferenz von Teheran beschlossen worden, doch entsprach ihre Verwirklichung in keiner Weise der vorgesehenen "humanen" Durchführung. Von den insgesamt 19,7 Millionen Deutschen östlich der Oder-Neiße-Linie und in Osteuropa kamen bis 1950 fast 12 Millionen nach Westdeutschland und 4,4 Millionen in die DDR (von wo sie meist als Sowjetzonenflüchtlinge nach Westen weiterzogen). Sie hatten zumeist ihre gesamte Habe verloren, 2 Millionen weitere verloren auch ihr Leben während der Vertreibung, in der sich aufgestauter Hass der lange von den Deutschen unterdrückten Völker entlud, aber auch planmäßig mit tödlicher Brutalität zur Abschreckung von Rückkehrwilligen vorgegangen wurde.