Vercors

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Gebirgskessel in den französischen Voralpen südwestlich Grenoble mit rund 950 km². Wie eine natürliche Festung von bis zu 2000 m hohen Gipfeln umrahmt, entwickelte sich der dichtbewaldete Vercors Anfang 43 zu einem ersten Schlupfwinkel der Résistance und sollte in deren Planungen (Operation "Montagnards") Ausfalltor für einen Guerillakampf gegen die deutschen Verbindungslinien im Rhônetal und in den Alpen werden. Nach einer alliierten Landung in Südfrankreich sollten alliierte Fallschirmjäger im Vercors abgesetzt werden, eine Idee, die von Abgesandten de Gaulles gebilligt und Ende Februar 43 von London ausdrücklich bestätigt wurde. Es wurden britische und gaullistische Verbindungsoffiziere entsandt und im Dezember 43 erste Waffenbehälter über dem Vercors abgeworfen. Trotz einer Warnung von General Koenig vor voreiligen Guerilla-Aktionen im frontfernen Bereich versammelte die Résistance während und nach der alliierten Landung in der Normandie bis Mitte Juli 44 rund 4000 Mann der Forces Françaises de l'Intérieur (FFI) im entlegenen Vercors, ließ Flugfelder planieren und rief die Republik aus in Erwartung alliierter Luftlandetruppen, die aber ausblieben. Die Wehrmacht massierte inzwischen in den Tälern Gebirgstruppen, die am 19.7. mit Artillerieunterstützung zum Sturm auf die Felspässe antraten, während 400 Mann Waffen-SS mit Lastenseglern im Kessel landeten. Die deutschen Verbände brannten 2 Dörfer nieder, erschossen Gefangene und "Verdächtige"; insgesamt starben 639 Widerstandskämpfer und 231 Zivilisten, während die deutschen Angreifer rund 150 Mann verloren.