Tunesien

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französisches Schutzgebiet in Nordafrika mit 125 000 km² und 2,7 Millionen Einwohnern (1939), Hauptstadt Tunis. Tunesien geriet ins Kriegsgeschehen mit der Landung "Torch" der Angloamerikaner am 8.11.42 in Marokko und Algerien. Die alliierten Truppen bedrohten die nach der Niederlage bei El Alamein zurückgehende deutsch-italienische Panzerarmee Afrika (Rommel) im Rücken. Daher beschloss das OKW nach Ultimatum an Vichy die Verlegung der deutschen 5. Panzerarmee unter Generaloberst v. Arnim nach Tunesien, wo seit 9.11.42 laufend Truppen und Nachschubgüter eingeflogen wurden. Es gelang, den alliierten Vormarsch im Westen zum Stehen zu bringen und die von Osten herankommenden Truppen Rommels im Januar 43 im Brückenkopf Tunesien aufzunehmen. Am 23.2.43 wurde aus allen Verbänden die Heeresgruppe Afrika unter Generalfeldmarschall Rommel gebildet, der vergeblich die Räumung von Tunesien und die Rettung der dortigen Truppen forderte. Sie erzielten einige begrenzte Erfolge wie beim Unternehmen "Frühlingswind" gegen den Kasserinepass, doch glückte kein entscheidender Schlag gegen die anwachsende gegnerische Streitmacht, zumal der Nachschub über das Mittelmeer von Royal Navy und RAF weitgehend unterbunden wurde. Die deutsch-italienische Heeresgruppe, seit 9.3.43 unter v. Arnim, musste sich am 13.5.43 der Übermacht geschlagen geben; 130 000 Deutsche und 120 000 Italiener gingen in alliierte Gefangenschaft.