Tulle

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französische Ortschaft bei Périgueux. In Tulle wurden am 9.5.44 99 französische Zivilisten (Männer und Frauen) zur Vergeltung für einen Partisanenüberfall auf die im Ort stationierte deutsche Einheit und die dabei entstandenen schweren Verluste von Angehörigen der SS-Panzerdivision "Das Reich", die auf dem Weg in die Normandie war, im Rahmen des so genannten Unternehmens "Blut und Asche" an Balkonen und Laternen erhängt. Die Leichen wurden in ein Massengrab an der Straße nach Brive geworfen. Nach dem Krieg wurden sie mit Hilfe deutscher Kriegsgefangener auf den Friedhof von Tulle umgebettet. Der ehemalige SS-Standartenführer und Generalmajor der Polizei Heinz Lammerding, zur Tatzeit Kommandeur der fraglichen Division, wurde nach dem Krieg am 4.7.51 vom französischen Militärgericht Bordeaux in Abwesenheit zum Tod verurteilt. Ein in der Bundesrepublik eingeleitetes Verfahren wurde wegen der Sperrwirkung des französischen Urteils gemäß Überleitungsvertrag vom 5.5.55 eingestellt. Lammerding verstarb am 13.1.61.