Tschad

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (französisch Tchad), Verwaltungsgebiet in Französisch Äquatorialafrika mit rund 2 Millionen Einwohnern (1940) und 1,3 Millionen km², meist Steppe und Wüste, Hauptstadt Fort Lamy. Der Tschad war das erste französische Kolonialgebiet, das sich der freifranzösischen Bewegung de Gaulles anschloss (3.7.40), der am 22.11.40 Oberst Leclerc zum Militärgouverneur ernannte. Im Osten an den britisch-ägyptischen Sudan grenzend und im Norden an das italienische Libyen, kam dem Tschad eine strategische Schlüsselrolle zu, u.a. für Überführungsflüge von Kampfflugzeugen für die britischen Truppen in Ägypten und für Angriffe auf die Südflanke der deutsch-italienischen Truppen in der Cyrenaika. So griff Leclerc zusammen mit der britischen Long Range Desert Group im März 41 erfolgreich die Kufra-Oasen an und erschwerte damit entscheidend die italienische Luftverbindung von Nord- nach Ostafrika (Eritrea und Abessinien). Mit einer Kampfführung der Nadelstiche im Fessan band er zudem gegnerische Sicherungstruppen und konnte schließlich am 23.1.43 in einem Blitzmarsch vom Tschad aus Tripolis erreichen und sich dort der vorrückenden britischen 8. Armee anschließen. Seine Kampfgruppe von 2500 Mann wurde Kern der freifranzösischen 2. Panzerdivision, die er im August 43 aufstellte.