Tiger I

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Tiger I Panzer

    deutscher schwerer Panzerkampfwagen VI, 55 t, 6,20 m lang (mit Rohr 8,56 m), 3,54 m breit, 2,88 m hoch, Panzerung bis 110 mm. Mit einem 700-PS-Maybach-Motor erreichte der Koloss 37 km/h auf der Straße und noch 20 km/h im Gelände. Der Tiger I konnte 569 Liter Sprit mitführen und verbrauchte 486 Liter pro 100 km. Für die 8,8-cm-Kampfwagenkanone L/56, die Panzergranaten mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 810 m/s verschoss, konnten 92 Granaten mitgeführt werden sowie 5700 Schuss für die beiden 7,92-mm-MG.

    Anlässlich einer "Führerbesprechung" im Mai 41 forderte Hitler die Entwicklung eines schweren Kampfpanzers, weil er einen solchen bei den Briten vermutete. Nach Auftreten des sowjetischen T-34 im Russlandfeldzug erhoffte sich Hitler vom Tiger I auch gegen diesen überraschend starken Kampfwagen ein Gegenmittel. Am 20.4.42 stellten die Henschel-Werke und Professor Porsche Hitler je einen Prototyp vor. Dabei erwies sich das konventionelle Henschel-Modell als das brauchbarere. Es ging im August 42 in Serie. Der Einsatz der noch sehr störanfälligen ersten Exemplare des Tiger I erfolgte überstürzt und in ungünstigem Gelände im September 42 am Wolchow südlich Leningrad (l. Kompanie der schweren Panzerabteilung 502). Im Oktober 42 gingen dort 3 Tiger I verloren, insgesamt wurden bis Jahresende 42 noch 77 Exemplare produziert. Davon griffen einige im November/Dezember 42 in Nordafrika in den Kampf um den Brückenkopf Tunesien ein und verbreiteten v.a. bei den US-Truppen wegen der enormen Feuerkraft Schrecken. Am 14.2.43 gelang einem Tiger I der Abschuss eines Sherman auf eine Entfernung von 2700 m. 51 Tiger I der 3 Kompanien der schweren Panzerabteilung 501 wurden nach Tunesien überführt und gingen dort bis zur Kapitulation (13.5.43) verloren. Von den insgesamt 1343 bis August 44 (Ablösung durch den Tiger II) gebauten Tiger I waren 1162 bis Januar 45 außer Gefecht. Zu den hohen Verlusten trugen neben der erdrückenden Luftüberlegenheit der Westalliierten die ungünstige Formgebung und die geringe Beweglichkeit bei. An Panzerung und Bewaffnung war der Tiger I jedoch fast allen Panzertypen der Gegner überlegen; nur die Versionen II und III des sowjetischen Josef Stalin waren stärker bewaffnet.

    Neben dem Kampfpanzer wurde 1944 ein Sturmtiger mit 38-cm-Mörser gebaut.