Tarawa

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Atoll der Gilbertinseln. Tarawa, eine dreieckige Kette von kleinen Inseln und Korallenriffen, bildete mit seinem Flugplatz eine der vorgeschobenen japanischen Bastionen im mittleren Pazifik. Die Einfahrt in die Lagune beherrschte die Inselfestung Betio, eine flache, sandige Insel von 1,2 km², die mit unterirdischen Geschützständen, Bunkern und befestigten MG-Nestern gespickt war. Die japanische Garnison unter Konteradmiral Shibasaki umfasste außer Baubataillonen eine erstklassige Kampftruppe von 2619 Marinesoldaten. Am Morgen des 20.11.43 landete die 2. US-Marineinfanteriedivision (Smith) auf Tarawa. Die Marines mussten einige hundert Meter durch schweres Sperrfeuer an Land waten, da ihre Amphibienfahrzeuge wegen falsch geschätzter Wassertiefe an Riffs festsaßen. Gegen Mittag hatten rund 5000 Mann mit Flammenwerfern und geballten Ladungen in blutigen Nahkämpfen einen Landekopf erobert. Am nächsten Tag besetzten die Amerikaner den Westzipfel der Insel, drangen bis zur Flugpiste vor und brachten Artillerie an Land. In der Nacht zum 23.11 unternahmen die Japaner in zerstreuten Gruppen einen letzten Gegenangriff mit Handgranaten, Degen und Bajonetten, der im Feuer der Marines liegen blieb. Am Mittag, nach 75 Stunden Kampf, erlosch der japanische Widerstand. 1115 Amerikaner und fast alle Japaner bis auf 17 Mann und 129 koreanische Zwangsarbeiter waren gefallen, 2309 GIs verwundet; von 125 Landungsfahrzeugen hatten die Amerikaner 90 verloren. Tarawa war eine blutige Lehre für die späteren amerikanischen Landungsunternehmen, Vorbereitung (u.a. durch Froschmänner), Führung, Feuerunterstützung und Funkverbindungen wurden wesentlich verbessert.