Tadeusz Graf Bór-Komorowski

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    poln. General; geboren 1. Juni 1895 Terebowlja (Gebiet Tarnopol), gestorben 24. August 1966 Grove Farm (Buckinghamshire)

    im 1. Weltkrieg Kavallerie-Offizier im österreich. Heer, 1933 Oberst in der poln. Armee, 1938/39 Kommandeur der Kavallerieschule Graudenz. Der unpolit. Bór-Komorowski befehligte im Polenfeldzug eine Kavallerie-Brigade bei Lublin, löste seine Einheit nach der poln. Kapitulation auf und organisierte zusammen mit anderen Offizieren eine "private" Untergrundbewegung in SW-Polen; eine Flucht ins frz. Exil lehnte er ab. Unter dem Tarnnamen "Bór" (= Wald), den er auch nach dem Krieg beibehielt, übernahm er für den Bereich Krakau das Kommando über bewaffnete Widerstandseinheiten, die Anfang 42 in der Heimatarmee aufgingen. Nach der Verhaftung von deren OB General Stefan Rowecki trat der im Mai 40 zum General beförderte Bór-Komorowski am 30.6.43 die Nachfolge an und brachte die Untergrundtruppen bis Mitte 44 auf rd. 360 000 Mann. Mit ihnen glaubte er, einer Eroberung der poln. Hauptstadt durch die Rote Armee zuvorkommen zu können, und löste am 1.8.44 in Absprache mit der Londoner Exilregierung den Warschauer Aufstand aus. Nach Ausbleiben sowjet. Hilfe musste er am 2.10.44 vor den dt. Truppen (von dem Bach-Zelewski) kapitulieren und ging in Gefangenschaft. Bór-Komorowski wurde nach der Befreiung (5.5.45) OB aller poln. Streitkräfte im Westen und war 1947-49 Ministerpräsident der poln. Exilregierung. 1951 erschien sein Buch "The Secret Army" über die Heimatarmee.