Stuttgart

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt Württembergs mit 460 000 Einwohnern (1940). Stuttgart, von der nationalsozialistischen Propaganda als "Stadt der Auslandsdeutschen" bezeichnet, war als Standort wichtigster Industriewerke (u.a. Daimler-Benz) eines der Hauptziele der alliierten Luftoffensive gegen Deutschland. Nach schwächeren Angriffen schon im Mai 42 folgte im November 42 ein erster Großangriff von 222 britischen Maschinen, die bei 10 Verlusten 335 t Bomben auf die Stadt warfen. Am 11./12.3.43 erschienen 267 britische Flugzeuge über Stuttgart mit 801 t Bomben, die 112 Zivilisten töteten und 386 verletzten, 11 Angreifer wurden abgeschossen. Am 14./15.4.43 trafen die Bomben von 365 Viermotorigen mehrere Stadtviertel, 619 Stuttgarter starben, 703 wurden verletzt, 23 britische Bomber kehrten nicht zurück. Die anfliegenden Verbände wurden immer größer: Am 2.3.44 kamen 503 Briten, am 15./16.3.44 sogar 813 RAF-Bomber (36 abgeschossen), die abgeworfene Bombenlast stieg auf 2609 t. Im Juli 44 vernichteten 3 Großangriffe fast die ganze Innenstadt, über 100 000 Menschen wurden obdachlos, 898 kamen in den Flammen um, 1916 Verletzte wurden gezählt. Die Einflüge setzten sich im September 44 und im Januar 45 fort, ehe am 22.4.45 Einheiten der französischen 1. Armee (de Lattre de Tassigny) Stuttgart besetzten. Insgesamt waren 42 000 Wohnungen (30%) vernichtet.