Storch

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsches Kurzstartflugzeug Fieseler Fi 156. Der Storch entstand aus einer Ausschreibung des Luftfahrtministeriums von 1935 und diente im Krieg an allen Fronten unter dem Spitznamen "fliegender Kübelwagen" als Nahaufklärer sowie als Stabs-, Verbindungs- und Sanitätsflugzeug. Das dreisitzige Kabinenflugzeug mit dem langbeinigen Storch-Fahrwerk und einem 240-PS-Argus-AS-10-Reihenmotor benötigte dank seiner exzellenten Langsamflugeigenschaften nur 65 m Anlauf beim Start und 20 m beim Landen. Die Mindestgeschwindigkeit mit ausgefahrenen Landeklappen lag je nach Gegenwind zwischen 51 und 38 km/h. Der Prototyp wurde 1937 von Udet beim internationalen Fliegertreffen in Zürich öffentlich vorgestellt. Für die Luftwaffe fertigte Fieseler während des Krieges 2549 Maschinen der militärischen Version Fi 156 C, die sich nach rückwärts mit einem 7,92-mm-MG verteidigte. Den wirksamsten Schutz vor feindlichen Jägern boten jedoch Bremsmanöver des Piloten. Die Produktion wurde vom Kasseler Stammwerk in die besetzten Gebiete verlagert, und zwar zu Morane Saulnier in Frankreich und Benes-Mraz in der CSSR. Dort lief die Serienfertigung nach Kriegsende noch einige Jahre weiter.