Spanien

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Staat auf der Iberischen Halbinsel mit 505 000 km² und 26 Millionen Einwohnern (1939), Hauptstadt Madrid. Im Vorfeld des Krieges kam es in Spanien zur ersten Kraftprobe zwischen den faschistischen und demokratischen Kräften in Europa. Anlass war der 1936 bis 39 gewaltsam ausgetragene Konflikt zwischen der konservativ-klerikalen Rechten und den Anhängern der Volksfront im Spanischen Bürgerkrieg, in dem italienische Truppen und deutsche Luftstreitkräfte (Legion Condor) auf Seiten der von Franco geführten faschistischen Falange eingriffen und internationale Brigaden, unterstützt von der UdSSR, der Republik zur Hilfe kamen. Nachdem Großbritannien selbst angesichts des Zusammenbruchs Frankreichs 1940 auf deutsche Friedensangebote nicht eingegangen war, hoffte Hitler, Spanien aus Dank für frühere Hilfe zum Eintritt in den Krieg gegen England bewegen zu können. Obwohl der deutsche Diktator beim Treffen von Hendaye am 23.10.40 den spanischen Staatschef mit der Wegnahme Gibraltars lockte ("Felix"), schraubte Franco seine Bedingungen für eine spanische Kriegserklärung an London so hoch, dass die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen werden mussten. Lediglich zur Entsendung der Blauen Division und eines Jagdfliegerverbands gegen Russland war Spanien später bereit. Das Land blieb den ganzen Krieg über neutral, gewann so wichtige Zeit für das Verheilen der Wunden des Bürgerkriegs und war für viele Flüchtlinge aus dem deutsch besetzten Westeuropa Durchgangsstation nach Portugal und Amerika. Mit sinkendem deutschen Kriegsglück emanzipierte sich Madrid immer weiter von Berlin, forderte am 8.10.43 seine Division aus dem Osten zurück und näherte sich den Westmächten.