Slowakischer Aufstand

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Befreiungskampf slowakischer Verbände gegen die mit dem Deutschen Reich verbündete Regierung im Spätsommer und Herbst 44. Wegen verstärkter Partisanentätigkeit forderte Staatspräsident Tiso Mitte August die Reichsregierung zur Entsendung deutscher Truppen auf. Das verzögerte sich zunächst und erst als am 24.8. eine durchreisende deutsche Militärmission bei Turc Sv. Martin von slowakischen Partisanen bis auf den letzten Mann niedergemacht worden war, bildete man aus Verbänden der 178. Infanteriedivision eine Kampfgruppe zum Eingreifen in der Slowakei. Bei ihrem Einmarsch alarmierte Oberstleutnant Jan Golian, Chef des Stabes beim Oberkommando des slowakischen Heeres, alle 43 slowakischen Garnisonskommandos und gab den Kriegszustand mit Deutschland bekannt. Unter dem aus der englischen Emigration gekommenen General Rudolf Viest bildete sich daraufhin die "1. tschechoslowakische Armee" zum Kampf gegen die deutschen Eindringlinge. Aus dem Bereich der deutschen Heeresgruppe Nordukraine und aus dem Protektorat wurden nun weitere Kampfgruppen unter dem Befehl von SS-Obergruppenführer Berger in Marsch gesetzt, sodass schließlich im September etwa 50 000 deutsche Soldaten (einschließlich Waffen-SS, Kräften der Sicherheitspolizei und des SD sowie Hlinka-Garde und volksdeutscher Heimatschutztruppe "Hauerland") ca. 14 500 slowakische Soldaten und 2500 Partisanen gegenüberstanden. Mitte Oktober wurden die deutschen Truppen noch einmal verstärkt u.a. durch weitere Einheiten der Waffen-SS, darunter die berüchtigte Sturmbrigade Dirlewanger. Erst dann gelang es am 27.10., das Zentrum des Slowakischen Aufstands bei Banja Bystrica auszuschalten und den Widerstand endgültig zu brechen. Viest befahl seinen Leuten, zum Partisanenkampf überzugehen. Er selbst und Gollan gerieten am 3.11. in Gefangenschaft. SD und Polizei setzten danach die "Säuberungen" fort, wobei es zu zahlreichen Massakern und Übergriffen kam.