Skytrain

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Douglas C-47 Skytrain - Frankreich 1944

    amerikanisches Transportflugzeug Douglas C-47 (Beiname bei der RAF Dakota). Die militärische Version des berühmten Verkehrsflugzeugs Douglas DC-3 spielte auf alliierter Seite dieselbe tragende Rolle wie die Ju 52 für die deutsche Kriegführung, nur war die zweimotorige Douglas-Konstruktion, Erstflug 17.12.35, technisch und aerodynamisch ein ganzes Stück moderner. Sie hatte in Gestalt der DC-1 und DC-2 bereits Vorläufer, rund 300 DC-3 flogen im Dezember 41 im zivilen Liniendienst. Die US-Army hatte ein Jahr vor Pearl Harbor die ersten größeren Aufträge für eine militärische Transportversion erteilt, doch wurde erst jetzt in den Zweigwerken Long Beach und Tulsa die Massenfertigung angekurbelt (Gesamtbestellung 10 048 Stück, am 1.5.45 wurde die 10 000. Skytrain geliefert). Bei der Truppe nach einem schwerfälligen Entenvogel "Gooney Bird" genannt, diente die Skytrain von Island bis Neuguinea auf allen Kriegsschauplätzen in vielfältiger Funktion als fliegendes Arbeitspferd, das auch mit Kufen und Schwimmern ausgerüstet werden konnte. Sie schleppte Nachschub über den Himalaja, Lastensegler nach Arnheim und setzte Agenten hinter den feindlichen Linien ab. Die alliierten Oberbefehlshaber nutzten sie als elegant eingerichtetes Stabsflugzeug; eine Skytrain brachte Generalfeldmarschall Keitel und seine Begleiter am 8.5.45 zur Unterzeichnung der Kapitulation Deutschlands nach Berlin.

    Douglas C-47 Skytrain

    Das typische Gebrumm der 2x1200-PS-Pratt & Whitney-Doppelsternmotoren kannte jeder Soldat. Routinemäßig beförderte die Skytrain bis zu 3 t Fracht oder 21 Personen, die Reisegeschwindigkeit lag bei 298 km/h, die Reichweite bei maximal 3420 km, das Startgewicht betrug maximal 14,9 t. Eine Sondervariante für die Luftlandetruppe war zum Transport von 28 ausgerüsteten Soldaten ausgelegt und trug die Bezeichnung Skytrooper. Die RAF erhielt rund 1200 Maschinen im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes. Die Sowjets bauten den Typ in 2000 Exemplaren als Li-2 nach, die Japaner fertigten 450 Skytrain in Lizenz, die auf alliierter Seite "Tabby" genannt wurden. Tausende von überschüssigen Skytrain wurden nach Kriegsende an zivile Interessenten abgegeben, darunter auch die neue Lufthansa. Bis in die 1980er Jahre flog sie, nun wieder als DC-3, in Ländern der Dritten Welt Streckendienst; auch die Militärversion war äußerst langlebig und gehörte u.a. zum Grundstock der Bundeswehr.