Singapur

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Singapore), britischer Stützpunkt und Inselkolonie an der Südspitze der Halbinsel Malaya mit 581 km² und 1 Million Einwohner (1941). Als sich Ende Januar 42 die britischen Truppen gegen japanische Invasionstruppen nicht mehr auf dem malaiischen Festland halten konnten, zogen sie sich über die Straße von Johore nach Singapur zurück, das als stärkste Seefestung der Welt galt, die den kürzesten Seeweg von Fernost nach Europa durch die Straße von Malakka beherrschte. Für einen Angriff aus dem Norden von Land her war sie jedoch in keiner Weise vorbereitet, die schweren Batterien wiesen auf die See, Panzerhindernisse fehlten, die Uferstreifen waren unvermint, die Luftverteidigung bestand aus 9 frontklaren Jagdeinsitzern. Verteidigt wurde Singapur von 38 teils mangelhaft ausgerüsteten Infanteriebataillonen unter Generalleutnant Percival. Ansonsten bestand die Garnison von rund 85 000 Mann aus Etappen- und Verwaltungsdiensten. Die Japaner unter Generalleutnant Yamashita überquerten in der Nacht zum 8.2.42 mit 2 Divisionen die Meerenge und stürmten nach Zuzug einer weiteren Division, darunter Elitesoldaten der Kaiserlichen Garde, am 10.2. die Anhöhe von Bukit Timah, das letzte natürliche Hindernis vor der Stadt. Gegenangriffe scheiterten unter hohen Verlusten, die Bevölkerung reagierte mit einer Panik, als das Stadtzentrum in den Feuerbereich der japanischen Feldartillerie geriet. Am 13.2. begann die Evakuierung von 3000 britischen Spezialisten, deren Schiffe jedoch aufgebracht oder versenkt wurden. Als Munition und Wasser knapp wurden, entschloss sich Percival am 15.2. zur Kapitulation, zu der er die britische Fahne tragen musste, womit Yamashita vor der Öffentlichkeit die endgültige Niederlage des weißen Mannes dokumentieren wollte. Churchill beklagte die Niederlage von Singapur als das schwerste Unglück, das die britische Armee je getroffen hätte. Sie verlor 9000 Tote und Verwundete, der Rest der Garnison geriet in Gefangenschaft. Die japanischen Verluste von 3000 Toten und 6500 Verwundeten zeugten von der Härte der Kämpfe.

    1944 begannen Planungen zur Rückeroberung von Singapur (Operation "Zipper"), zu der es wegen der japanischen Gesamtkapitulation am 2.9.45 nicht mehr kam.