Siebelfähre

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    von Luftwaffenoberst Fritz Siebel konstruiertes Landungsfahrzeug der Kriegsmarine für das Unternehmen "Seelöwe". Die Siebelfähre bestand aus zwei mit Stahlträgern festverbundenen Pontons ähnlich dem schweren Brückengerät der Pioniere und wurde bei 1,20 m Tiefgang von 2x75-PS- (später bis 500 PS) V8-Motoren am Heck angetrieben. Eigens für die Invasion Englands sollten an Deck 3 Flugzeugmotoren von je 300 PS verankert werden, die nach der Überfahrt kurz vor dem Ziel die Siebelfähre enorm beschleunigen und hoch auf den Strand setzen würden. Insgesamt wurden etwa 100 der wenig seefähigen Siebelfähren in Auftrag gegeben, von denen knapp die Hälfte an die Front kam, meist als Kampf- oder Transportfähren ohne Rampe, sodass über Brücke oder Pier ent- und beladen werden musste. Die Ausführungen erreichten bei rund 14 m Länge und 14,5 m Breite zwischen 130 und 230 t, bewaffnet waren sie sehr unterschiedlich, die Kampfversion meist mit 3x8,8-cm-Schnellfeuerkanonen oder Flak, 4x3,7- und 4x2-cm-Flak, dazu kamen 4 Raketenabschussgestelle.