Senne

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (auch Forellkrug oder Stukenbrock), Kleinstadt in Westfalen mit 6300 Einwohnern (1940), Standort des Stalag VI K (326) für sowjetische Kriegsgefangene. Das im Mai/Juni 41 errichtete aus etwa 450 000 m² Heidegelände bestehende Lager Senne erhielt am 7.7.41 den ersten Transport mit 7000 Rotarmisten, die zunächst in Erdlöchern hausen mussten. Bei völlig unzureichender Ernährung und ärztlicher Versorgung starben zahlreiche Gefangene (täglich bis zu 70), zumal auch bis Dezember 41 erst ein Teil der vorgesehenen Unterkünfte fertig gestellt war. Da Senne als Durchgangslager für Russenlager im Wehrkreis VI diente, trafen laufend neue Transporte ein, sodass insgesamt mehrere Hunderttausend sowjetische Gefangene in Senne ankamen, aber nur noch z.T. in Stammlager weitertransportiert werden konnten. Mindestens 40 000, vermutlich aber sogar 65 000 starben in Senne oder wurden als "politisch unerwünscht" ausgesondert und in Konzentrationslagern (u.a. Buchenwald) getötet. Das Lager Senne wurde im April 45 befreit, die überlebenden Gefangenen errichteten zum Gedenken an die umgekommenen Kameraden einen 10 m hohen Obelisk und legten einen Friedhof an, auf dem auch Gefangene anderer Nationen ruhen. Das Andenken der Toten pflegt heute ein "Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock". Nach dem Krieg wurde Senne unter dem Namen Eselsheide von den Briten Mitte 46 als Internierungslager für deutsche Kriegsverbrecher verwendet.