Semjon Michailowitsch Budjonny

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    sowjet. Marschall (1935); geboren 25. April 1883 Kosjurin (Gebiet Rostow am Don), gestorben 27. Oktober 1973 Moskau

    Eintritt in die Zarenarmee 1903, im 1. Weltkrieg Wachtmeister in einem Dragonerregiment, im Bürgerkrieg November 19 Führer der 1. Reiterarmee der Roten, Verteidiger von Zarizyn (dem späteren Stalingrad), Eroberer von Rostow, Sieger über die Wrangell-Armee auf der Krim. Nach dem Bürgerkrieg wurde Budjonny Inspekteur der Kavallerie, absolvierte 1930-32 die Militärakademie Frunse und wurde im August 37 OB des Moskauer Militärbezirks, zugleich Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU. Gegen Ende des finn.-sowjet. Winterkriegs übernahm er den Oberbefehl an der Nord-Front und bekam nach Beginn des dt. Angriffs am 12.7.41 den Oberbefehl im SW-Abschnitt der sowjet. Front, wurde aber noch während der Kesselschlacht von Kiew durch Timoschenko ersetzt und mit dem Oberbefehl über die Reservefront betraut. Nach schweren Niederlagen, u.a. Vernichtung seiner 24. und 32. Armee bei Wjasma, am 10.10.41 von Schukow abgelöst, wurde Budjonny am 28.7.42 OB der Nordkaukasusfront, konnte aber auch hier auf dem Feld seiner einstigen glanzvollen Siege keinen Kriegsruhm mehr ernten und wurde im September 42 abberufen. Als einer der ältesten Mitstreiter Stalins blieb er dennoch hochgeehrt (dreimal "Held der Sowjetunion"), nannte sich seit 1943 Befehlshaber der Kavallerie und wurde 1946 in den Obersten Sowjet gewählt.