Schweinfurt

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Stadt in Unterfranken (Bayern) am Main mit 49 000 Einwohnern (1940). Als bedeutender Industriestandort (v.a. Kugellager) war Schweinfurt trotz der Lage tief im deutschen Binnenland mehrfach Ziel massiver alliierter Luftangriffe v.a. bei Tage durch die 8. US-Luftflotte. Besonders schwer getroffen wurde die Stadt am 17.8.43, als 376 B-17 Flying Fortress unter dem Schutz von Langstreckenjägern (Mustangs u.a.) einflogen und 724 t Bomben ausklinkten. Allerdings verloren die Angreifer 60 Bomber (16%) durch deutsche Jäger und die um Schweinfurt massierte Flak (über 300 Geschütze). Noch verlustreicher verlief für die Amerikaner der Raid vom 14.10.43, als von 291 eingesetzten Viermotorigen 60 über Deutschland abgeschossen wurden, 17 über See und über England verloren gingen und 121 beschädigt wurden. Die deutsche Jagdwaffe büßte 50 Maschinen ein, die Industrieproduktion in Schweinfurt sank vorübergehend um 10%. Die Katastrophe von Schweinfurt führte zu einer Unterbrechung der amerikanischen Tagesoffensive. Erst am 24.2.44 erschienen wieder 266 US-Bomber über Schweinfurt, von denen bei verbessertem Jagdschutz nur 11 abgeschossen werden konnten. Doch auch mit weiteren Bombardierungen gelang nie die Ausschaltung der Industrie in Schweinfurt, die zudem teilweise ausgelagert worden war. Am 5.4.45 besetzten Einheiten der 7. US-Armee (Patch) die Stadt.