Scharnhorst

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Die vereisten Aufbauten der "Scharnhorst" im Nordpolarmeer

    deutsches Schlachtschiff, benannt nach dem Feldherrn der Freiheitskriege Gerhard von Scharnhorst (1755-1813), Stapellauf 3.10.36, in Dienst gestellt 7.1.39, 38 900 t, Länge 234,9 m, Breite 30 m, 31,5 Knoten, bis zu 1840 Mann Besatzung; Bewaffnung: 9x28 cm, 12x15 cm, 14 Flak 10,5 cm und zahlreiche kleinere Rohre, 6 Torpedorohre (seit 1941), 4 Bordflugzeuge Arado 196. Die Scharnhorst nahm im April 40 bei der Deckungsgruppe am Unternehmen "Weserübung" gegen Norwegen teil und lief dann mit dem Schwesterschiff Gneisenau zur Bekämpfung von Geleitzügen in den Nordatlantik aus, wobei im Juni 40 u.a. die Versenkung des britischen Trägers Glorious gelang. Vom 22.1. bis 23.3.41 führte die Scharnhorst im Rahmen des Unternehmens "Berlin" erneut erfolgreich Handelskrieg im Atlantik und lief dann in Brest ein. Dort mehrfach von der RAF bombardiert und durch Treffer beschädigt, konnte das Schiff beim Kanaldurchbruch im Februar 42 in Sicherheit gebracht werden. In Kiel wurde die Scharnhorst repariert und überholt, verlegte dann nach Nordnorwegen und unternahm von dort seit März 43 u.a. mit der Tirpitz Vorstöße gegen alliierte Nordmeergeleite. So lief sie am 25.12.43 zur Bekämpfung des Konvois JW 55B aus, konnte aber keine Fühlung mit dem Geleitzug gewinnen, sondern stieß auf dem Rückmarsch in Höhe des Nordkaps auf dessen Fernsicherung und wurde am 26.12. durch Artillerie und 15 Torpedotreffer versenkt. Bis auf 36 Gerettete kam die gesamte Besatzung mit Konteradmiral Bey ums Leben.