Salerno

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Britische Soldaten auf Salerno

    Hafen- und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz am gleichnamigen Golf der Westküste Unteritaliens südöstlich von Neapel mit 67 000 Einwohnern (1936). Im Rahmen des alliierten Unternehmens "Avalanche" landeten im Morgengrauen des 9.9.43 Verbände der 5. US-Armee (Generalleutnant Clark): In Salerno selbst, westlich davon bei Amalfi und südlich an der Picentinomündung bildete das X. britische Korps, unterstützt von einigen Kommando-Einheiten, Landeköpfe, weiter südlich bei den Ruinen des antiken Paestum schiffte das VI. US-Korps 2. Division aus. Die Landungsflotte, geführt vom amerikanischen Vizeadmiral Hewitt, unterstützt von 7 Kreuzern, 2 Monitoren und 34 Zerstörern, wurde gedeckt von 2 Schlachtschiffen, 2 Trägern, 5 Geleitträgern, 3 Leichten Kreuzern und 29 Zerstörern. Es war beabsichtigt, möglichst rasch die Höhenzüge um die Bucht, insbesondere auf der Halbinsel von Sorrent zu gewinnen, den Weg ins Hinterland zu öffnen und umgehend auf Neapel vorzustoßen, möglicherweise sogar die deutschen Truppen im "Fuß des italienischen Stiefels" abzuschneiden.

    Das scheiterte an der deutschen Gegenwehr, getragen von der 10. Armee (Generaloberst v. Vietinghoff). Zwar herrschte in Zusammenhang mit der Entwaffnung der italienischen Wehrmacht ("Achse"), die tags zuvor die Waffen gestreckt hatte, erhebliche Verwirrung in den deutschen Stäben, doch ausgerechnet die im Angriffsgebiet liegende italienische 7. Armee (General Arisio) machte keinerlei Schwierigkeiten, sondern überließ den deutschen Truppen sogar unversehrt und widerstandslos Treibstoff- und Versorgungsdepots. Daher konnte die früh alarmierte 16. Panzerdivision gegen die Landeköpfe vorgehen, sodass die Angriffsziele der Angloamerikaner zunächst nirgends erreicht wurden. Immerhin konnte Clark bis zum 12.9. weiteres Gelände gewinnen, eine zusammenhängende Front bilden und den Flugplatz von Monte Corvino unmittelbar südlich von Salerno nehmen.

    Erst zwischen 12. und 14.9. kam ein deutscher Gegenangriff mit mehreren Divisionen (zur 16. Panzer die 29. Panzergrenadier, die 26. Panzer, die 3. Panzer und die 15. Panzergrenadier) zum Tragen, gefährdeten Angriffe der Luftwaffe mit Fernlenkbomben die im Golf ankernde Flotte, die Verluste erlitt: 4 Transporter, 7 Landungsschiffe und 1 Schwerer Kreuzer versenkt, zahlreiche andre Einheiten z.T. erheblich beschädigt. Die Front wurde stellenweise auf 3 km an den Strand gedrückt, sodass Clark schon die Zusammenlegung seiner beiden Angriffskorps erwog und Luftlandetruppen zur Verstärkung anforderte. Die Krise konnte durch geballte Artillerie der um 2 weitere Schlachtschiffe verstärkten Flotte und pausenlose Luftangriffe überwunden werden. Ganz bereinigt war sie erst, als am 16.9. die Spitzen der von Kalabrien anrückenden britischen 8. Armee (General Montgomery) auftauchten. Planmäßig zogen sich daraufhin die deutsche 10. Armee und das LXXVI. Panzerkorps (General Herr) unter hinhaltendem Widerstand nach Norden auf die "Gustav"-Linie zurück.