Rio de Janeiro (Stadt)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt Brasiliens sowie des gleichnamigen Bundesstaats mit 1,9 Millionen Einwohnern (1939). Rio de Janeiro war vom 15. bis 28.1.42 Tagungsort der Außenminister von 20 lateinamerikanischen Staaten und eines Vertreters der USA (Unterstaatssekretär Sumner Welles), die gemäß Konsultationsbeschluss der interamerikanischen Konferenz von Lima (Dezember 38) dieses Treffen nach dem Beginn des Krieges im Pazifik (7.12.41) beantragt hatten. Wie in Panama, wo im September/Oktober 39 der Ausbruch des europäischen Krieges beraten worden war, und in Havanna, wo Ende Juli 40 über die Folgen der französischen Niederlage für Amerika gesprochen wurde, sollte auf der Konferenz von Rio de Janeiro eine gemeinsame Haltung nach dem Kriegseintritt der USA gesucht werden. Die meisten Staaten hatten bereits die diplomatische Beziehungen zu den Achsenmächten abgebrochen, einige auch den Krieg erklärt. Dagegen bemühte sich Argentinien, einen Block der Neutralen mit Chile, Peru, Uruguay und Paraguay zu bilden, sodass die von Washington gewünschte Geschlossenheit im Schlusskommuniqué nur durch eine sehr allgemein gehaltene "Empfehlung" zum Bruch mit den Achsenmächten zu erreichen war. Ihr folgten die meisten Staaten, zunächst aber nicht so wichtige Partner wie Argentinien und Chile, was zur Verstimmung zwischen US-Außenminister Cordell Hull und Welles führte.

    In Rio de Janeiro wurde außerdem der peruanisch-ecuadorianische Grenzkrieg vom Juli 41 behandelt und auf Druck der USA mit der Abtretung von 260 000 km² in Amazonien an Peru entschieden.