Riga

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt Lettlands mit knapp 400 000 Einwohnern (1940). Im Russlandfeldzug lag Riga im Angriffskorridor der deutschen Heeresgruppe Nord (v. Leeb), wurde am 27.6.41 von der Kampfgruppe Oberst Lasch des I. AK erreicht und bis 1.7. erobert. In Kaiserwald bei Riga richteten die nationalsozialistischen Besatzungsbehörden noch im gleichen Jahr ein Konzentrationslager ein, in dem über 10 000 lettische und deutsche Juden ermordet wurden und das dann als Zwangsarbeiterlager fungierte. Vor Riga bildete im September 44 die Heeresgruppe Nord (Schörner) Auffangstellungen, die jedoch Anfang Oktober schon von den sowjetischen Baltischen Fronten 2 und 3 durchbrochen wurden, sodass die mittlerweile abgeschnittenen deutschen Truppen am 13.10. die Stadt räumen mussten und nach Kurland zurückgingen.

    In Riga errichteten die Sowjets aus Sammellagern 3 Lagergruppen für Kriegsgefangene (Uprawlenijen 7277, 7317 und 7350), in die v.a. Kurlandkämpfer und später Kapitulationsgefangene eingeliefert wurden. Genaue Zahlen über die wegen der schlechten Lebensbedingungen hohe Sterblichkeit in den Lagern liegen nicht vor. Riga war auch Standort des Gefangenenarbeitsbataillons 6317 und der Gefangenenhospitäler 3338 und 4379, in denen von November 45 bis Mai 46 etwa 1600 deutsche Soldaten verstarben.