Reims

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französische Stadt in der Champagne mit 117 000 Einwohnern (1940). Die alte Krönungsstadt der französischen Könige wurde am 11.6.40 von der deutschen 34. Infanteriedivision besetzt. Nach Rückeroberung durch das XX. US-Korps (Walker) Ende August 44 schlug der alliierte Oberbefehlshaber Eisenhower in Reims sein Hauptquartier auf, in das Anfang Mai 45 Hitlers Nachfolger Großadmiral Dönitz zunächst Generaladmiral v. Friedeburg, dann Generaloberst Jodl entsandte zur Verhandlung einer Kapitulation. Er hoffte, nach dem Vorbild der Heeresgruppe C in Italien, deren Waffenstreckung der britische Oberbefehlshaber Alexander am 2.5.45 akzeptiert hatte, eine separate Kapitulation für den Westen abschließen und so Zeit gewinnen zu können, noch möglichst viele deutsche Soldaten und Zivilisten vor dem Zugriff der Roten Armee retten zu können. Eisenhower bestand jedoch auf Einstellung der Feindseligkeiten gegenüber allen Alliierten, da die von seinem britischen Kollegen Montgomery am 4.5. angenommene Kapitulation im Nordwestraum in Moskau erhebliche Irritationen über eine deutsch-angloamerikanische Verständigung ausgelöst hatte. Am 7.5. um 2.41 Uhr unterzeichnete Jodl daher in Reims schließlich die Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht für den 8.5., 23.01 Uhr. Die Zeremonie wurde am nächsten Tag in Berlin-Karlshorst vor den Sowjets durch Generalfeldmarschall Keitel wiederholt.