Reichsvereinigung Kohle

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    nationales Zwangskartell der Kohlewirtschaft. Die Reichsvereinigung Kohle, die im Frühjahr 41 die Arbeit aufnahm, vereinigte alle kohleproduzierenden Industriekonzerne und konnte ihre Macht dadurch gegenüber den Interessen des "Beauftragten zur Bewirtschaftung der Kohleversorgung" ausbauen und seinen Versuch, sich Befugnisse zum Eingriff in die privatwirtschaftlichen Industrieunternehmen zu verschaffen, abwehren. Hauptaufgaben der Reichsvereinigung Kohle (Leitung Generaldirektor der Reichswerke Hermann Göring, Paul Pleiger) waren Produktivitätssteigerung, Kontrolle von Distribution und Transport sowie Durchführung aller staatlichen Maßnahmen auf dem Kohlesektor. Durch Einführung von Sonderschichten, Preisfestsetzungen, Ausbeutung von Fremd- und Zwangsarbeitern sowie die Verfügung über Kohlevorkommen in den besetzten Gebieten verhalf die Reichsvereinigung Kohle den Konzernen zu hohen Gewinnen und sicherte dem nationalsozialistischen Regime die kriegsnotwendige Kohleversorgung.