Reichsschuld

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Verschuldung des deutschen Staates bis 1945, wichtigste Quelle zur Kriegsfinanzierung. Von allen Ausgaben des Deutschen Reiches während des Krieges wurden 55% durch Kredite gedeckt, sodass der Umfang der Reichsschuld dramatisch anstieg von 33 Milliarden RM am 1.9.39 auf 388 Milliarden RM am 21.4.45. Der Anteil der schwebenden Schuld wuchs im gleichen Zeitraum von ca. 25% auf 63%. Kreditgeber waren in erster Linie Sparkassen, Banken und Versicherungen ("geräuschlose" Kriegsfinanzierung anstelle der öffentlichen Anleihen im 1. Weltkrieg). Die Bewältigung der Reichsschuld stellte eines der zentralen Probleme der Nachkriegszeit dar. In der Währungsreform vom Juni 48 wurde mittels Abwertung der Sparkonten im Verhältnis 100:6,5 der größte Teil der Reichsschuld auf Kosten der Sparer annulliert.