Reichsamt für Wirtschaftsaufbau

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (bis Ende 39 Reichsstelle für Wirtschaftsaufbau), aufgrund der Kritik von Militär und Industrie an Koordination, Lenkung und Leitung der Aufrüstung durch das Bevollmächtigtensystem Görings gebildetes Exekutivorgan der Vierjahresplanorganisation unter Leitung von Karl Krauch (seit 1938 Reichsbevollmächtigter Chemie und seit 1940 Aufsichtsratsvorsitzender von I. G. Farben), formal dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt. Von 1938 an bildete im Rahmen des Autarkiekonzepts die Produktion und Entwicklung von synthetischem Kautschuk, Leichtmetallen, Pulver und Sprengstoff einen wichtigen Schwerpunkt der Arbeit des Reichsamts für Wirtschaftsaufbau, die eine Verschmelzung des bedeutendsten Teils des Vierjahresplans mit dem I. G.-Farben-Konzern brachte und so die lnteressen der I. G. besonders an der Ölindustrie im Osten sicherte. Im Zuge des Göringplans von 1941, der eine Vervierfachung der Luftwaffe vorsah, erstellte das Reichsamt für Wirtschaftsaufbau den Leichtmetallausbau- und Flugtreibstoffplan, wobei es sich auf das Rohstoff- und Industriepotenzial der UdSSR stützte. Auch zur Beschaffung von Zwangsarbeitern für das Buna-Werk der I. G. in Auschwitz wurde das Reichsamt für Wirtschaftsaufbau tätig.