Rawa-Ruska

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsches Kriegsgefangenenlager 50 km nordwestlich Lemberg. Rawa-Ruska, das 1939 im sowjetisch besetzten Teil Polens lag, wurde nach dem deutschen Angriff auf die UdSSR Standort des Frontstalag 325, in das im Sommer/Herbst 41 rund 24 000 Rotarmisten eingeliefert wurden. Von den bei und in einer ehemaligen polnischen Kavalleriekaserne untergebrachten Gefangenen überlebten den Winter 41/42 nur wenige Hundert. Seit April 42 diente Rawa-Ruska als Straflager für französische und belgische Widerstandskämpfer und fluchtverdächtige Gefangene, die hier unter Aufsicht durch ukrainische SS-Wachen bei äußerst mangelhafter Ernährung und Unterbringung zu Zwangsarbeit eingesetzt wurden (Straßenbau u.a.). Die unerträglichen Zustände in Rawa-Ruska, die zahlreiche Opfer unter den bis zu 20 000 Insassen forderten, besserten sich erst nach einer Besichtigung des Lagers durch eine Kommission des Roten Kreuzes im August 42.