Radio Humanité

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Schwarz- oder Geheimsender, der vom Dezember 39 bis zur Kapitulation Frankreichs versuchte, die französische Bevölkerung mit der Vorgabe zu täuschen, er sei ein mobiler, sich frei in Frankreich bewegender Sender der Kommunistischen Partei Frankreichs. Seine im Auftrag des Propagandaministeriums erstellten Programme wurden nicht nur von einem fahrbaren Sender in Schopfheim (Baden), sondern auch von den Reichssendern Köln, Stuttgart, Leipzig, Saarbrücken und von dem im September 39 eroberten Sender Warschau abgestrahlt. Neben dem zweiten deutschen Geheimsender "La Voix de la Paix" (Stimme des Friedens) verbreitete Radio Humanité v.a. während des Westfeldzuges perfekte Gräuelpropaganda, die ein Flüchtlingschaos auf den französischen Straßen auslösen und dadurch die Operationen der französischen und britischen Streitkräfte stören sollte. Alliierte Berichte bestätigten die Wirkung dieser Propaganda. Nach Auffassung von Sefton Delmer war Radio Humanité der erfolgreichste deutsche Geheimsender des Krieges; er habe durch seine Angstpropaganda wesentlich zur psychischen Labilität der französischen Bevölkerung und der Soldaten beigetragen.