Rüstungsproduktion

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Herstellung von Kriegsmaterial aller Art (Gerät, Waffen, Munition). Die deutsche Rüstungsproduktion durchlief im Krieg 3 Phasen: Die Jahre 1939 bis 41 waren gekennzeichnet durch eine nur zögernde Umstellung der Industrie auf Rüstungsproduktion; die Konsumgüterindustrie erlitt kaum Einbußen ("friedensähnliche Kriegswirtschaft" in der Blitzkriegsphase). Von 1942 bis Sommer 44 wurde die Rüstungsproduktion beträchtlich gesteigert mittels zentraler Lenkung der Kriegswirtschaft, immer stärkerer Konzentrierung der industriellen Ressourcen auf die Rüstungsproduktion, Rationalisierung der Fertigung, Standardisierung der Produkte usw. ("Totalisierung" des Krieges in mehreren Stufen). Im Juli 44 erreichte die deutsche Rüstungsproduktion ihr Maximum; erst danach ging sie - zunächst allmählich, seit Dezember 44 beschleunigt - zurück (3. Phase), da jetzt die durch Luftangriffe und Gebietsverluste hervorgerufenen Zerstörungen von Produktionskapazitäten sowie Nachschub- und Versorgungsstockungen nicht mehr kompensiert werden konnten. Trotz der zeitweiligen quantitativen Erfolge blieb die deutsche Rüstungsproduktion gegenüber der der Alliierten stets im Hintertreffen. Sie betrug 1939 noch 67%, schwand 1942 auf 25% und kam 1944 auf 30% der angloamerikanischen und sowjetischen Rüstungsproduktion (Schätzungen). Index der Rüstungsproduktion Deutschlands (1939 = 100): 176 (1940), 176 (1941), 256 (1942), 400 (1943), 500 (1944).