Pionierbrigade Draeger

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    aus zwei Regimentern bestehender deutscher Pionierverband, der nach der Kapitulation auf Befehl der brit. 21. Heeresgruppe zur Räumung der Minenfelder in den Niederlanden aufgestellt und nach seinem Kommandeur, dem früheren Pionierführer des LXXXVII. AK Oberstleutnant Draeger, benannt wurde. Die Gesamtstärke der Pionierbrigade Draeger belief sich auf 105 Offiziere und 3244 Mann. Nachdem die großen Minenfelder im Wesentlichen geräumt waren, wurde der Brigadestab mit dem 2. Regiment Ende Januar 46 in die britische Zone verlegt, das 1. Regiment unter Hauptmann Kaschute setzte die Arbeit fort. Obwohl die Minenräumung durch noch vorhandene Pläne, ausgebildete Leute und sachkundige Führung erleichtert wurde, forderte sie zahlreiche Opfer. Bis zur Repatriierung der Masse des 1. Regiments im Oktober 46 verlor die Pionierbrigade Draeger infolge Minenexplosion 210 Mann; 200 Soldaten wurden schwer und 260 leicht verletzt. Bei Heimkehr des 1. Regiments blieben rund 300 Mann freiwillig zur Durchführung von Spezialaufgaben zurück. Sie bildeten das "Detachement Duitse Mijnenruimers". Im Lauf des Jahres 1947 wurden sie der britischen Rheinarmee übergeben, soweit sie sich nicht entschlossen hatten, in Holland zu bleiben. Die Pionierbrigade Draeger hatte bis zum 1.11.45 über 422 000 Panzer- und 571 000 Schützenminen beseitigt. Für die Räumung der Minen in den niederländischen Küstengebieten war das Deutsche Marinekommando Holland eingesetzt.