Pierre Koenig

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    1917 Kriegsfreiwilliger, danach Berufsoffizier, seit 1931 bei der Kolonialarmee in Marokko. Koenig kam im Februar 40 mit der 13. Halbbrigade der Fremdenlegion nach Frankreich, nahm an der Expedition nach Norwegen teil und zeichnete sich dort als Hauptmann bei den Kämpfen um Namsos aus. Auf dem Umweg über Brest kam die Einheit Ende Juni 40 nach Großbritannien, wo sie sich de Gaulle anschloss und zum Kern der neuen Forces Françaises Libres (FFL) gehörte. Am 1.7.40 zum Bataillonskommandeur ernannt, war Koenig an der missglückten Unternehmung gegen Dakar beteiligt und wurde danach Militärbefehlshaber in Kamerun, von wo aus die Rückgewinnung von Gabun gelang. Koenig kommandierte im Kampf gegen die Italiener in Ostafrika eine FFL-Einheit, mit der er auch an der Kampagne in Syrien gegen die Truppen von General Dentz teilnahm; am 12.8.41 folgte die Beförderung zum Brigadegeneral. Bekannt wurde Koenig als Verteidiger des Wüstenforts Bir Hacheim, wo er im Mai 42 Rommels Offensive "Theseus" 14 Tage lang aufhielt. Als stellvertretender Generalstabschef hatte er 1943 in Algerien die Aufgabe, die traditionsreiche Nordafrikaarmee mit den FFL zum gemeinsamen Kampf gegen die Achsenmächte zu verschmelzen. Fast noch schwieriger gestaltete sich die Vereinigung der verschiedenen bewaffneten Gruppierungen der Résistance seit April 44 von London aus unter seinem Kommando in den Forces Françaises de l'Intérieur (FFI). Nach der Befreiung Frankreichs war Koenig im August 44 im Rang eines Armeegenerals Militärgouverneur von Paris und 1945-49 Oberbefehlshaber der französischen Besatzungstruppen in Deutschland und damit Mitglied des Alliierten Kontrollrates.