Philippinensee

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Nebenmeer des Pazifik zwischen den Philippinen und den Marianen, 19./20.6.44 Schauplatz der letzten großen Trägerschlacht im Zusammenhang mit den US-Landungen auf den Marianen. Beteiligt waren die US-Task Force 58 (Mitscher) mit 15 und die japanische 1. Flotte (Ozawa) mit 9 Trägern. Nach dem Plan des japanischen Flottenchefs Toyoda sollten landgestützte Bomber eingreifen, doch wurden sie größtenteils schon am Boden ausgeschaltet, was die örtlichen Kommandeure jedoch nicht korrekt weitermeldeten. Ozawas Streitmacht, zu der auch 5 Schlachtschiffe gehörten, befand sich südwestlich Guam, als er am 19.6. erfuhr, dass der US-Kampfverband bereits in Reichweite seiner leichten Trägerflugzeuge lag, während er selbst noch für den Gegner unerreichbar war. Zwischen 8 und 11 Uhr ließ er 372 Maschinen in 4 Wellen starten. Sie sollten nach dem Angriff nach Guam weiterfliegen und von dort aufgetankt und neu munitioniert beim Rückflug ein zweites Mal angreifen. Für die Masse der unerfahrenen japanischen Piloten erübrigte sich der Befehl. Sie wurden schon über See vom amerikanischen Radar geortet und im Vorfeld der Task Force von Hellcat-Jägern abgefangen, sodass nur wenige Maschinen den Flakgürtel durchbrachen. Das Schlachtschiff South Dakota erhielt einen direkten Bombentreffer (27 Tote), einige Einheiten wurden leicht beschädigt. Dafür verlor die japanische Marineluftwaffe schon beim morgendlichen Großangriff 272 Maschinen, sodass die US-Piloten von einem regelrechten "Truthahnschießen" sprachen. Der Start der Japaner war zudem vom US-U-Boot Albacore bemerkt worden, das die Cavallo herbeifunkte und zusammen mit diesem U-Boot Ozawas Flaggschiff, den modernen Träger Taiho, und den Träger Shokaku versenkte. Ozawa zog sich nach Nordwesten zurück, wurde aber am Nachmittag des 20.6. erneut von US-Aufklärern erfasst. Mitscher ließ trotz der späten Stunde 77 Sturz- und 54 Torpedobomber aufsteigen, die kurz vor Sonnenuntergang den Träger Hiyo versenkten und 2 weitere in Brand schossen. Bei der Rückkehr in der Dunkelheit mussten 80 US-Maschinen notwassern, doch konnten 160 der 209 vermissten Piloten am nächsten Tag gerettet werden. Die Schlacht um die Marianen endete damit schon vor der Eroberung des Archipels mit einem klaren amerikanischen Sieg, während die japanischen Trägerstaffeln in der Philippinensee endgültig ausgeschaltet worden waren.