Philippinen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Staat im Westpazifik, bestehend aus über 7000 Inseln von 296 000 km² mit rund 17 Millionen Einwohnern (1941), Hauptstadt Manila auf Luzon. Die Philippinen waren bis 1898 spanische Kolonie, danach amerikanisches Protektorat, seit 1935 erste Schritte in die Unabhängigkeit bei zunächst fortdauernder Oberaufsicht der USA v.a. in der Außen- und Verteidigungspolitik. Die Inselgruppe beherrschte Japans Seeweg durch das Südchinesisches Meer und war daher eines der Hauptziele der japanischen Offensive nach Beginn des Pazifikkrieges. Die Verteidiger unter US-General MacArthur verfügten über 19 000 Amerikaner und 160 000 Filipinos, deren Kampfwert im Allgemeinen allerdings gering war. Die US-Heeresluftwaffe konnte 140 Maschinen aufbieten, die Navy unter Admiral Hart 3 Kreuzer, 13 Zerstörer und 18 U-Boote, gegen den japanischen Ansturm zu wenig. Immerhin dauerte es fast 6 Monate, ehe die Philippinen am 6.5.42 ganz in der Hand der Japaner waren, die sich bemühten, mit antikolonialistischen Parolen ("Asien den Asiaten") die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Die folgende Besatzungszeit aber brachte erhebliche wirtschaftliche Probleme. Es bildeten sich bald antijapanische Widerstandsgruppen, die den US-Truppen bei der Rückeroberung gute Dienste leisteten. Sie begann am 20.10.44 mit der Landung auf Leyte und der Seeschlacht im Leytegolf, der am 9.1.45 der Hauptangriff auf Luzon folgte. Die restlichen von der japanischen 35. Armee (Suzuki) verteidigten Inseln wurden in 38 amphibischen Operationen bis zum Sommer 45 besetzt, sodass MacArthur am 5.7. die Befreiung der Philippinen für abgeschlossen erklärte, obwohl noch bis Kriegsende Kämpfe aufflackerten. Die Schlacht um die Philippinen war mit 15 000 Toten und 50 000 Verwundeten die verlustreichste für die USA in Fernost und bedeutete für die Japaner, die allein auf Leyte und Luzon 260 000 Mann verloren, die endgültige Niederlage. Die USA entließen die Philippinen am 4.7.46 in die volle Unabhängigkeit und schlossen mit ihnen einen "Hilfspakt" auf 99 Jahre.