Pfadfinder

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Bezeichnung für Führungsmaschinen von Bomberverbänden. Die Pfadfinder waren mit besonderen elektronischen Navigationshilfen ausgerüstet und mit speziell geschulten Elitebesatzungen bemannt. Sie flogen beim nächtlichen Luftkrieg dem Bomberstrom voraus ins Zielgebiet, wo sie den Angriffsbereich mit "Christbäumen" und Leuchtbomben markierten. Die erste geschlossene Pfadfindereinheit der deutschen Luftwaffe war die selbständige Kampfgruppe KG 100, deren Maschinen mit dem X-Gerät ausgerüstet waren, das einen automatischen Bombenabwurf ermöglichte. Seit 13.8.40 über England im Einsatz, führten die deutschen Pfadfinder u.a. den Nachtangriff auf die Industriestadt Coventry (14./15.11.40); später, beim Unternehmen "Steinbock", wurden die Pfadfinder von der I. Gruppe/KG 66 gestellt. Auf alliierter Seite wurde am 15.8.42 ein Pfadfinderkorps der RAF unter Oberst Bennett gegründet; auch die 8. US-Luftflotte in England nutzte radarbestückte Pfadfinder für ihre Tagesangriffe. Hochfliegende Pfadfinder vom Typ Mosquito flogen Scheinangriffe, um die deutsche Jagdwaffe vom Hauptziel abzulenken. Umgekehrt bemühte sich die Luftabwehr, die Bomberverbände durch Scheinmarkierungen und Scheinfeuer in die Irre zu führen.