Peru

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    südamerikanischer Staat am Pazifik und im nördlichen Andengebiet mit 7,3 Millionen Einwohnern und rund 1 Million km² (1939), Hauptstadt Lima. 1919-30 diktatorisch regiert, war Peru während der 1930er Jahre geprägt vom Kampf der Militärs und Wirtschaftskreise gegen die 1924 gegründete sozialdemokratische APRA (Alianza Popular Revolucionaria Americana), der mit der blutigen Unterdrückung der Opposition und der erneuten Etablierung einer Diktatur endete, seit 1939 unter dem Bankier Manuel Prado Ugarteche, der in den folgenden Jahren, u.a aus Rücksicht auf die Beziehungen zu Washington, eine allmähliche Rückkehr zur demokratischen Regierungsform einleitete. Zunächst den Achsenmächten zuneigend, lehnte sich Peru bald aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen immer enger an die USA an, was zur innenpolitischen Aussöhnung mit der antifaschistischen Opposition beitrug. Außenpolitisch brachte der Kurswechsel Vorteile nach dem siegreichen Krieg gegen Ecuador im Juli 41.

    V.a. auf Druck der USA erhielt Peru auf der Konferenz von Rio de Janeiro rund 260 000 km² des eroberten Gebiets in Amazonien zugesprochen. Am 24.1.42 brach Lima die Beziehungen zu Japan, Deutschland und Italien ab, deren Guthaben in Peru eingefroren wurden, blieb aber dem Krieg noch fern. Die USA errichteten Marine- und Luftwaffen-Basen an der peruanischen Küste. Das Land profitierte erheblich von amerikanischen Rohstoffkäufen (Kautschuk, Kupfer, Dünger, Wolle u.a.), da nach Beginn des Krieges im Pazifik die Lieferungen aus den japanisch besetzten Gebieten ausfielen. Der Boom überdeckte zeitweilig die sozialen Konflikte und führte 1945 zur Wahl eines APRA-Kandidaten zum Präsidenten der Republik (1948 gestürzt), die am 12.2.45 Deutschland und Japan den Krieg erklärt hatte.