Passierschein

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    eine der wirksamsten Formen der Propagandaflugblätter, von allen Krieg führenden Mächten erfolgreich eingesetzt. Der Passierschein forderte die Soldaten offen zum Überlaufen auf. Überwiegend als offizielles Dokument oder Ausweis gestaltet, sicherte er dem Überläufer gute Behandlung, Verpflegung sowie baldige Rückkehr in die Heimat zu. Durch den Passierschein verpflichtete sich der Absender zur strikten Einhaltung dieser Rechte, die häufig durch Grundsätze der Konventionen zur Behandlung von Kriegsgefangenen ergänzt waren. Um den offiziellen Charakter der Passierscheine zu unterstreichen, waren sie mit Dienstsiegeln oder Unterschriften der Befehlshaber versehen. Am bekanntesten wurde das von den Alliierten von Juni 44 bis Kriegsende eingesetzte Dokument mit der Unterschrift Eisenhowers, das optisch wie ein Wertpapier gestaltet war. Durchschnittlich 10 Millionen Exemplare davon wurden monatlich an der Front verbreitet.