Panzerfaust

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    1943 beim deutschen Heer eingeführte rückstoßfreie Schulterwaffe mit nach hinten offenem Rohr zum Verfeuern von Hohlladungsgeschossen. Zunächst wurde die Panzerfaust klein 30 mit einem Kaliber von 4,5 cm und 3 kg Gewicht entwickelt, wenig später folgten die 6,1 kg schwere Panzerfaust 60 mit Kaliber 5 cm und schließlich die Panzerfaust 100, die bei einem Kaliber von 6 cm 6,8 kg wog. Erst diese größere Version hatte bei einer Rohrlänge von 1,15 m eine befriedigende Reichweite von 150 bis 200 m. Zunächst in geringen Stückzahlen eingesetzt, gewann die Panzerfaust erst seit Sommer 44 bei den schweren Abwehrkämpfen Bedeutung. Im Juli 44 wurden 120 000 Stück gefertigt, im Januar 45 aber schon 1,25 Millionen. Auch die Panzerfaust klein 30 wurde im Endkampf wegen ihrer materialsparenden Fertigung und leichten Handhabung vermehrt gebaut, obwohl sie nur auf geringe Entfernung bis 30 m erfolgreich eingesetzt werden konnte: Januar 45 nur 6500, aber März 45 über 500 000. Die Wirksamkeit der Panzerfaust war begrenzt, da ihre geringe Reichweite selbst bei größeren Kalibern hohe Anforderungen an Mut und Nerven der Schützen stellte und da sie nur in unübersichtlichem Gelände Erfolg versprach (Häuserkampf u.a.).