PQ 17

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Codebezeichnung für eine alliierte Konvoioperation im Nordpolarmeer Ende Juni/Anfang Juli 42 mit 36 Frachtern, 1 Flottentanker und 3 Rettungsschiffen von Reykiavik aus mit Ziel Archangelsk (UdSSR), Nahsicherung durch 6 Zerstörer, 4 Korvetten, mehrere Minensucher, Trawler, Flakschiffe und U-Boote, Ferndeckung durch Schlachtschiffe Duke of York und Washington, Träger Victorious, 2 Kreuzer und 14 Zerstörer. PQ 17 wurde am 1.7. von der deutschen Aufklärung erfasst, ohne dass allerdings zunächst klare Erkenntnisse über die Sicherungskräfte gewonnen wurden. Die deutsche Kriegsmarine zog vorsorglich schwere Überwassereinheiten zusammen, deren Anmarsch von britischen Aufklärern gemeldet wurde. Der 1. Seelord, Admiral Pound, ordnete daraufhin die Auflösung von PQ 17 und den Abmarsch der Kreuzergruppe nach Westen an, da er v.a. den Verlust der beiden an der Operation beteiligten US-Kreuzer befürchtete. Daraufhin ging die deutsche Kampfgruppe am 5.7. mit dem Schlachtschiff Tirpitz, den Schweren Kreuzern Admiral Hipper und Admiral Scheer, 7 Zerstörern und 2 Torpedobooten in See und versenkte 6 Frachter, weitere wurden beschädigt und z.T. durch Fangschuss von U-Booten versenkt. Der Flottenverband zog sich anschließend zurück und überließ die weitere Bekämpfung von PQ 17, der Luftwaffe und den U-Booten. Insgesamt verlor der Konvoi bis 10.7.24 Schiffe mit 143 977 BRT, wobei 3350 Kraftfahrzeuge, 430 Panzer, 210 Flugzeuge und 99 316 t sonstiges für die Sowjetunion bestimmtes Kriegsmaterial versanken. Die deutsche Luftwaffe verlor bei 202 Einsätzen 5 Maschinen. Die Katastrophe von PQ 17 war durch sowjetisches Drängen zustande gekommen: Moskau hatte die Briten beschuldigt, amerikanische Hilfsgüter zurückzuhalten oder gar sich angeeignet zu haben, sodass Churchill gegen bessere Einsicht aus politischen Gründen die Operation PQ 17 genehmigte.